Bereits haben die von der bci Betriebs-AG beauftragten Spezialisten mehrere hundert Tonnen Abfälle aus der Sondermülldeponie Bonfol ausgehoben. Doch was geschieht dann damit?
Die Abfälle aus der Deponie ausheben ist das eine, sie fachgerecht zu entsorgen das andere. Für die Vorbereitung, den Transport sowie die Entsorgung der Abfälle aus der Sondermülldeponie Bonfol ist die HIM GmbH aus Deutschland verantwortlich, ein Sanierungs- und Entsorgungsfachunternehmen.
Sorgfältig vorbereitet on-site
Im Auftrag von HIM bereiten die Mitarbeiter des Schweizer Spezialunternehmens Chiresa die ausgehobenen Abfälle für den Transport vor (siehe auch „Mit dabei“). Gearbeitet wird in zwei Schichten, zu je acht Leuten, wobei modernste Maschinen- und Anlagentechnik zum Einsatz kommt. Zunächst nehmen speziell ausgebildete Fachkräfte von jeder Abfallcharge eine repräsentative Probe und untersuchen sie im Labor auf entsorgungsrelevante Parameter. Wenn nötig, etwa beim Antreffen von freien Flüssigkeiten, werden die Abfälle mit Zuschlagsstoffen wie Sägespäne stabilisiert. Durch die Zugabe von gelöschtem Kalk kann ein neutraler pH-Wert eingestellt werden.
Zwei speziell umgebaute Siebdeckanlagen trennen die Abfälle anschliessend in Grob- und Feingut. Die so vorbereiteten Abfälle werden in Transportcontainern gas- und geruchsdicht verschlossen. „Die speziellen Transportmulden haben wir eigens für das Sanierungsprojekt Bonfol entwickelt. Sie erfüllen die strengen Auflagen und Richtlinien für den Transport von Gefahrgut“, erläutert Dominik Deinzer, Projektleiter HIM.
Die gefüllten Container verlassen schliesslich die Vorbereitungshalle über die Dekontaminierungsschleusen, in welchen sie gereinigt werden. Nach zwei Tagen im Freilager werden sie sicher und umweltfreundlich mit der Bahn über Pruntrut und Basel zu den Sonderabfallverbrennungsanlagen in Deutschland und Belgien transportiert. Die geleerten und gereinigten Transportcontainer werden dann wieder zurück nach Bonfol befördert. Dank GPS-Ortung kann jederzeit die Position der einzelnen Bahnwagen festgestellt werden. Die Experten von HIM haben deshalb ein spezielles Transportverfolgungssystem entwickelt.
Fachgerecht verbrannt
In der Sonderabfallverbrennungsanlage von HIM in Biebesheim bei Frankfurt werden die groben Abfallanteile wie etwa Reste von Fässern zunächst geschreddert, um eine gleichmässige und vollständige Verbrennung zu gewährleisten. Die Abfälle werden dann in Drehrohröfen bei 1200 Grad Celsius verbrannt. Bei dieser enormen Hitze werden sämtliche organischen Stoffe zerstört. Die anorganischen Bestandteile werden in chemisch stabile Schlacke umgewandelt. Die Rauchgase der Verbrennung werden in aufwändigen Verfahren zuverlässig gereinigt.
„Wir haben für die gesamte Prozesskette strengste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Zurzeit überprüfen wir während der Pilotphase den komplexen Ablauf eingehend und nehmen letzte Anpassungen vor. Danach sind wir für einen gleichmässigen Leistungsbetrieb zur fachgerechten Entsorgung der Deponieabfälle aus Bonfol bestens organisiert“, schliesst Deinzer.