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04-2010
Mehr Sicherheit durch Übungen und Schulungen

Bei der Sanierung der Sondermülldeponie in Bonfol werden der Schutz und die Sicherheit von Arbeitern, Anwohnern und Umwelt sehr ernst genommen. Seit Anfang des Jahres wurden daher die Mitarbeitenden in Schulungen die Arbeitsabläufe sowie richtige Verhaltensweisen im Notfall vermittelt. Bei zwei gross angelegten Übungen wurden die Bereitschaft der Einsatzkräfte und die Zusammenarbeit getestet.

Übung mit 130 Personen, Sirenen und Helikopter im März
Nach einer ersten Übung der Einsatzkräfte im Januar (siehe unten) hat am 13. März auf dem Gelände der ehemaligen Sondermülldeponie in Bonfol eine zweite, gross angelegte Übung der Partner zur Rettung von Verletzten und zum Schutz der Bevölkerung stattgefunden. Das Übungsszenario konfrontierte die Einsatzkräfte mit einer Explosion in der Vorbereitungshalle, gefolgt von einem Brand; dabei kamen Mitarbeitende und Besucher zu Schaden. Die grosse Tragweite des Ereignisses war speziell für die Übungsbedürfnisse hin erdacht worden, mit dem Ziel, Schnittstellen und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten von Feuerwehr, Polizei, Sanität und weiteren Einsatzkräften intensiv zu testen.

Die bci Betriebs-AG und die mit Sanierungsarbeiten beauftragten Partner haben aktiv an der Übung teilgenommen. Das überspitzte Übungsszenario sah ebenfalls vor, die Alarmsirenen im Dorf Bonfol auszulösen, die die Bevölkerung anweisen, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Gleichermassen haben die Einsatzkräfte Verstärkung angefordert, insbesondere der französischen Feuerwehren des Haut-Rhin sowie des Territoire de Belfort. Die Rettungsflieger der REGA, der Zivilschutz, die psychisch-soziale Opferbetreuung des Verein AJUSTE sowie die Bahngesellschaft Chemins de Fer du Jura waren ebenfalls eingebunden.

Die Feuerwehren der SIS Vendline, aus Porrentruy und Delémont übten zudem mit einem Magnesiumfeuer das Löschen eines Chemiebrandes, dem weder mit Wasser, noch mit Löschschaum beizukommen ist. Erst mit Sand konnten die Flammen erstickt werden. Der Regierungspräsident des Jura, Charles Juillard, der Gemeindepräsident von Bonfol, Jean-Denis Henzelin, und die Präsidentin des Verwaltungsrats der bci Betriebs-AG, Franziska Ritter, beobachteten die Aktivitäten.

Wie bei jeder Einsatzübung wurden auch in diesem Fall zu verbessernde Punkte festgestellt. Anhand der Berichte neutraler Beobachter wurden Verbesserungsvorschläge erarbeitet und umgesetzt. Nach Ende der Übung betonte Charles Juillard: „Die Einwohner können darauf vertrauen, dass die Einsatzkräfte gut vorbereitet sind und effizient arbeiten.“

Befreiung einer eingeklemmten Person im Schwarzbereich
Am 23. Januar war bei einer ersten Übung der Einsatzkräfte der Eintritt in den Schwarzbereich und die Befreiung und Dekontaminierung von „Verletzten“ geübt worden. Das Übungsszenario sah vor: Eine Person ist im besonders geschützten Arbeitsbereich des Abfallaushubs, im so genannten Schwarzbereich, durch einen Unfall bewusstlos in ein Fahrzeug eingeklemmt, eine zweite leicht verletzt.

Eine Herausforderung bestand in der harten körperlichen Arbeit im Vollschutzanzug mit eigener Atemluftversorgung, als das Dach des Fahrzeugs abgeschnitten werden musste, um den Verletzten befreien zu können. In der Folge musste der Figurant aus der Halle gebracht, ausgezogen und in einem Spezialzelt dekontaminiert werden. Erst dann konnte er den Sanitätern ohne Gefahr einer Kontamination zur Behandlung übergeben werden. Der Übungsleiter, Damien Scheder, Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und Sicherheit des Kantons Jura, sowie der jurassische Regierungspräsident Charles Juillard verfolgten den Verlauf der Übung mit Interesse und zogen ein positives Fazit.


Schulungen für Sicherheit
Im Februar und März wurden die Mitarbeitenden der bci Betriebs-AG und ihrer Sanierungspartner auf ihre Arbeitsabläufe und spezielle Sicherheitsfragen während der Sanierung intensiv geschult. Neben dem richtigen Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung, wie z.B. der Schutzanzüge und der Atemschutzgeräte war auch der zweitägige Ersthelfer-Kurs wichtiger Bestandteil der Schulungen. Dabei lernten die Arbeiter, die für Aushub, Vorbereitung und Verladung der Abfälle zuständig sind, im Notfall die richtigen Handgriffe anzuwenden.

Mit grossem Engagement und echtem Interesse probten sie an Übungspuppen Herzmassage, künstliche Beatmung oder den Einsatz eines Defibrillators. Der Sicherheitsbeauftragte der bci Betriebs-AG, Anton Aeby urteilt: „Die gemeinsamen Schulungen haben die Gruppe gefestigt. Die Mitarbeitenden wissen Risiken zu vermeiden und im Notfall richtig zu handeln.“

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