Clément Dumas ist bei der bci Betriebs-AG für den Betrieb der Abwasserreinigungsanlage zuständig. Gerade ist er 65 Jahre alt geworden. Ans Aufhören denkt er allerdings noch lange nicht.
Clément Dumas kommt gerade von seinem täglichen Kontrollgang durch die Abwasserreini-gungsanlage (ARA) der bci Betriebs-AG zurück. Hinter ihm plätschert aus einem grossen Rohr klares Wasser in einen von Schilf umsäumten Weiher, in dem Fische schwimmen. Dumas kennt alle Details der Anlage, denn seit mehr als 25 Jahren sorgt er hier für sauberes Wasser.
Von der Handpumpe zur Kläranlage
Der Untergrund in Bonfol besteht aus wasserundurchlässigem Ton. Deshalb hat sich in der Deponie über die Jahre hinweg Wasser angesammelt, das durch die Abfälle verunreinigt wor-den ist. Dieses Sickerwasser wurde bis Anfang der 80er-Jahre noch von Hand abgepumpt und mit Lastwagen zur Reinigung nach Basel gefahren. 1986 wurde ein Drainagesystem gelegt, welches eine kontinuierliche Ableitung des Wassers ermöglichte. Zwei Jahre später baute man die erste Behandlungslinie der ARA (STEP 1). Damit liessen sich rund 1000 Liter Sic-kerwasser pro Tag aufbereiten. Um Abwässer, die bei den Sanierungsarbeiten anfallen, zu reinigen, baute die bci Betriebs-AG 2009 eine zusätzliche Reinigungslinie (STEP 2).
Dunkelbraune Brühe wird zu klarem Wasser
Beim Betreten des ARA-Gebäudes fällt einem sofort der spezielle Geruch auf, an welchen sich Clément Dumas längst gewöhnt hat. Dumas nimmt ein Schaubrett hervor, auf welchem vier Glasfläschchen stehen, gefüllt mit verschiedenfarbigen Wasserproben. Er erklärt der Reihe nach, was es damit auf sich hat: „Das Deponiesickerwasser kommt als dunkelbraune, stark verschmutzte Brühe in die ARA. Die beiden Fläschchen in der Mitte zeigen den Zustand zwischen den einzelnen Reinigungsstufen. Und schliesslich verlässt das Wasser die ARA klar und von Schadstoffen gereinigt.“
Die Reinigung des Abwassers erfolgt in mehreren Stufen. Dabei gelangen verschiedene Fil-tertechniken und biologische Mikroorganismen zum Einsatz, welche die chemischen Substan-zen bis zu einer sehr geringen Konzentration abbauen. Nach diesem Prozess wird das Wasser in die zwei tiefer liegenden Teiche geleitet. Dort entziehen Pflanzen dem Wasser Stickstoff – ein weiterer Reinigungsschritt.
Um die Reinigungsleistung der ARA zu überprüfen, werden regelmässig Wasserproben ge-nommen und von der renommierten Firma Wessling im Labor analysiert. Vor Ort geprüft werden der pH-Wert und die elektrische Leitfähigkeit. Die Resultate werden mit Hilfe der Experten der Umweltberatung Balewa AG zusammengetragen und interpretiert. „Unser Ziel ist es, die gesetzlich vorgeschriebenen Werte für das abfliessende Wasser immer einzuhalten“, hebt Dumas hervor.
Zu Hause in Bonfol
Clément Dumas wohnt seit 40 Jahren in Bonfol. Im Alter von 23 übernahm er zusammen mit seiner Frau den Hof seines Schwiegervaters und wurde selbst Vater zweier Söhne. „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und wollte immer Landwirt werden. Die Chance, den elterlichen Hof zu übernehmen, war aber ziemlich klein, da ich sieben ältere Brüder hatte. So habe ich zuerst Automechaniker gelernt“, erzählt Clément Dumas.
Neben seiner Tätigkeit als Landwirt in Bonfol unterstützt Dumas in den 70er-Jahren gelegen-tlich den damaligen Aufseher der Sondermülldeponie bei diversen Arbeiten. Nach der Schliessung der Deponie tritt Dumas in dessen Fussstapfen. Der Arbeitsaufwand für Kon-trollgänge, Wartungen und Probenahmen beträgt zu der Zeit nur einige Stunden pro Woche. Mit dem Bau der ARA nimmt die Arbeit zu, und mit der Vorbereitung der definitiven Sanie-rung im Jahr 2009 erhält Clément Dumas eine Vollzeitanstellung.
Die Umwelt schützen
Clément Dumas mag seine Tätigkeit als Betriebsleiter der ARA. „Ich leiste mit meiner Arbeit einen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Zudem haben wir bei der bci Betriebs-AG ein gutes Betriebsklima. Das gefällt mir sehr.“ So sehr, dass er sich entschieden hat, trotz Pensionsalter zu 60 Prozent weiter für die bci Betriebs-AG zu arbeiten. Unterstützt wird er dabei von sei-nem Nachfolger Jean-Marie Moret, dem er sein Fachwissen und zahlreiche handwerkliche Tips gerne weitergibt. Dieses Wissen hat er auch schon in den Dienst der Gemeinde Bonfol gestellt. So war er als Präsident des Zweckverbandes SEVEBO für die Realisierung der in-terkommunalen Abwasserreinigungsanlage verantwortlich.
Clément Dumas fühlt sich gut in Bonfol und hat nie ans Wegziehen gedacht: „Die Deponie war immer Alltag für mich. Ausserdem weiss ich, dass die Sanierung mit dem nötigen Ernst und Professionalität durchgeführt wird, zum Wohle der Bevölkerung und der Umwelt.“ Kürzlich hat er ein Einfamilienhaus in Bonfol mit Umschwung und Sicht auf die Bögen der Sanierungshalle gekauft. Als Naturmensch geniesst er die Velofahrten durch die wunder-schöne jurassische Landschaft und entlang der Teiche von Bonfol. In der Natur findet Dumas die Ruhe zum Nachdenken: „Wenn ich mir etwas wünschen könnte für Bonfol, wäre das, dass alle in der Gemeinde an einem Strang ziehen." Und dass er seiner Arbeit als Hüter des Was-sers noch möglichst lange und mit viel Freude nachgehen kann.